Zinseszinsrechner
Zinseszins berechnen: Aus Anlagebetrag, Zinssatz und Laufzeit erhalten Sie Endkapital, Zinsen gesamt und eine Jahrestabelle. Mit optionaler monatlicher Sparrate sehen Sie, wie Einzahlungen und Zinseszins zusammenwirken und warum die Zeit der stärkste Hebel Ihres Geldes ist.
Der Zinseszinsrechner zeigt, wie ein Anfangsbetrag über die Jahre wächst, wenn die Zinsen jedes Jahr mitverzinst werden. Aus Anfangsbetrag, Zinssatz und Laufzeit entsteht Jahr für Jahr ein neues Guthaben.
Kurzüberblick
So funktioniert es: Der Zinseszinsrechner zeigt, wie ein Anfangsbetrag über die Jahre wächst, wenn die Zinsen jedes Jahr mitverzinst werden.
Regel und Werte: Gerechnet wird mit der klassischen Zinseszinsformel K = K0 × (1 + p/100)^n, erweitert um die jährliche Sparrate.
Beispiel: Sie legen 10.000 € zu 4 Prozent pro Jahr für 10 Jahre an, ohne Sparrate.

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So funktioniert es
Gerechnet wird mit der klassischen Zinseszinsformel K = K0 × (1 + p/100)^n, erweitert um die jährliche Sparrate. Jedes Jahr wird zuerst die Jahresrate gutgeschrieben, danach der Zins auf das gesamte Guthaben berechnet. Die Tabelle zeigt jede Zwischenstufe, damit Sie die Formel an Ihren eigenen Zahlen nachprüfen können.
Berechnetes Beispiel
Sie legen 10.000 € zu 4 Prozent pro Jahr für 10 Jahre an, ohne Sparrate. Aus den 10.000 € werden 14.802,44 €. Der Zinsanteil beträgt 4.802,44 €, also fast ein Drittel des Endbetrags, ohne dass Sie einen weiteren Euro eingezahlt hätten.
So erhalten Sie ein verlässliches Ergebnis
Nutzen Sie Werte aus echten Unterlagen: Gehaltsabrechnung, Vertrag, Bescheid oder Rechnung. Fragt ein Feld nach einem Satz, übernehmen Sie den Wert aus Ihrem Vertrag statt eines Werbewerts. Sie vergleichen mehrere Szenarien? Ändern Sie immer nur einen Wert auf einmal und notieren Sie, was sich verändert hat.
Auf Wunsch kommt eine monatliche Sparrate dazu. Sie wird der Einfachheit halber jeweils zum Jahresanfang eingezahlt und ab diesem Jahr mitverzinst.
Der Zinseszins gilt als stärkste Kraft im Vermögensaufbau, weil er aus Zeit Wachstum macht. Im Ausgangsbeispiel werden aus 10.000 € zu 4 Prozent in 10 Jahren 14.802,44 €. Verlängern Sie nur die Laufzeit, wächst das Ergebnis überproportional: Nach 20 Jahren stehen 21.911,23 €, nach 30 Jahren 32.433,98 € auf dem Konto. Die letzten Jahre tragen dabei den größten Teil, weil der Zins dann auf einem schon vervielfachten Betrag arbeitet.
Dieser Effekt ist der Grund, warum Anlageentscheidungen in jungen Jahren so viel schwerer wiegen als später. Wer mit 25 statt mit 35 Jahren beginnt, schenkt seinem Kapital ein ganzes zusätzliches Verdopplungsfenster. Umgekehrt gilt: Auch Kosten und Inflation arbeiten mit derselben Exponentialmathematik gegen Sie. Ein Prozentpunkt weniger Rendite durch Gebühren oder ein Prozentpunkt mehr Inflation frisst über 30 Jahre einen beträchtlichen Teil des Endkapitals. Der Rechner macht diese abstrakten Zusammenhänge an Ihren eigenen Zahlen konkret, statt sie als Werbespruch stehen zu lassen.
Wann dieses Tool sinnvoll ist
Nutzen Sie den Rechner, wenn Sie Festgeld, Anleihen oder einen Sparplan über mehrere Jahre vergleichen wollen, ein Sparziel mit Zins planen oder verstehen möchten, warum frühes Anfangen so viel ausmacht.
Schritt für Schritt
- Anlagebetrag eingeben, also das Kapital, mit dem Sie starten.
- Zinssatz pro Jahr eintragen, zum Beispiel 4 Prozent.
- Laufzeit in Jahren wählen.
- Optional eine monatliche Sparrate ergänzen.
- Auf Berechnen klicken und Endkapital, Zinsen und Jahrestabelle ablesen.
Felder und Ergebnisse, erklärt
Der Anlagebetrag ist Ihr Startkapital. Der Zinssatz gilt pro Jahr und bleibt in dieser Rechnung konstant. Die Laufzeit läuft in vollen Jahren. Die monatliche Sparrate ist optional und wird zum Jahresanfang gutgeschrieben.
Im Ergebnis sehen Sie das Endkapital, Ihre gesamten Einzahlungen und den reinen Zinsanteil. Die Jahrestabelle zeigt, wie der Zinsanteil von Jahr zu Jahr wächst.
Der Zinssatz ist die sensibelste Eingabe, denn er wirkt exponentiell. Ein Unterschied von 4 auf 7 Prozent klingt klein, macht aber aus 10.000 € in 10 Jahren 14.802,44 € gegenüber 19.671,51 €, also fast 5.000 € Unterschied aus drei Prozentpunkten. Setzen Sie den Zinssatz deshalb nie nach Wunsch an, sondern nach Anlageform: vertraglich fest bei Festgeld, nur ein historischer Durchschnitt bei Aktien. Rechnen Sie bei schwankenden Anlagen immer zwei weitere Szenarien mit einem beziehungsweise zwei Prozentpunkten weniger, um die Spanne ehrlich zu sehen.
Die Laufzeit geben Sie in vollen Jahren ein, weil die Zinsgutschrift in diesem Modell jährlich erfolgt und die Tabelle so übersichtlich bleibt. Für Zeiträume unter einem Jahr oder monatsgenaue Sparpläne ist der Sparplan-Rechner das passende Werkzeug, der monatlich rechnet. Diese Vereinfachung ändert an der Grundaussage nichts: Sie sehen das Verhältnis von Einzahlung, Zinsen und Endkapital, und genau darauf kommt es bei der Planung an.
Wer einen konkreten Anlagebetrag vergleicht, sollte den Zinssatz nicht isoliert betrachten, sondern als Paket aus Satz, Sicherheit und Verfügbarkeit. Behandeln Sie den Zinssatz für sichere Anlagen deshalb als Zusage und für schwankende Anlagen als Mitte einer Spanne. Rechnen Sie jede Planung einmal mit dem vollen Satz und einmal mit zwei Prozentpunkten weniger durch; wenn Ihr Ziel in beiden Fällen erreichbar bleibt, ist es ehrlich finanziert.
Die Methode im Detail
Gerechnet wird mit der klassischen Zinseszinsformel K = K0 × (1 + p/100)^n, erweitert um die jährliche Sparrate. Jedes Jahr wird zuerst die Jahresrate gutgeschrieben, danach der Zins auf das gesamte Guthaben berechnet. Die Tabelle zeigt jede Zwischenstufe, damit Sie die Formel an Ihren eigenen Zahlen nachprüfen können.
Wichtig: Reale Anlagen schwanken. Ein konstanter Zinssatz ist eine Modellannahme, die für Festgeld und Anleihen gut passt und bei Aktien nur den langjährigen Durchschnitt beschreibt.
Die Jahrestabelle zeigt den Mechanismus im Detail: Im ersten Jahr werfen 10.000 € zu 4 Prozent nur 400 € Zinsen ab, im zehnten Jahr sind es schon 569,32 €, im zwanzigsten 842,74 € und im dreißigsten 1.247,46 €, jeweils ohne neue Einzahlungen. Das Guthaben wächst also nicht linear, sondern in einer Kurve, die immer steiler wird.
Mit monatlicher Sparrate verschiebt sich das Bild noch einmal: Die Rate füttert die Basis, auf der der Zinseszins arbeitet. Starten Sie mit 10.000 € und zahlen zusätzlich 100 € im Monat zu 4 Prozent, stehen nach 25 Jahren 78.632,46 €. Eingezahlt haben Sie 40.000 €, die Zinsen steuern 38.632,46 € bei, also fast die Hälfte des Endstands. Ganz ohne Startkapital ergeben dieselben 100 € im Monat über 25 Jahre 51.974,09 € bei 30.000 € Einzahlung.
Weiteres Beispiel: mit Sparrate
Gleiche Anlage, aber zusätzlich 100 € pro Monat: Nach 10 Jahren stehen 29.786,06 € auf dem Konto. Eingezahlt haben Sie 22.000 €, der Rest von 7.786,06 € sind Zinsen. Die Sparrate verdoppelt die Einzahlungen, der Zinseszins legt noch einmal deutlich obendrauf.
Häufige Fehler
- Nominale Rendite mit realer Rendite verwechseln: Nach Inflation bleibt oft nur die Hälfte.
- Steuern vergessen: Auf Kapitalerträge fallen in Deutschland Abgeltungsteuer, Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer an.
- Zu kurze Zeiträume rechnen: Der Zinseszins braucht Jahre, um seine Wirkung zu entfalten.
- Die Rendite der besten Börsenjahre als Dauerzustand annehmen: Der Durchschnitt über Jahrzehnte liegt deutlich unter den Spitzenjahren, mit Verlustjahren dazwischen.
Praktische Tipps
- Rechnen Sie immer drei Szenarien: pessimistisch, mittel und optimistisch. Die Spanne ist ehrlicher als ein einzelner Wert.
- Vergleichen Sie den Zins immer mit der aktuellen Inflation, sonst vergleichen Sie Kaufkraft mit Nominalbeträgen.
- Kosten wirken wie negativer Zins: 1 Prozent Gebühr pro Jahr kostet über 30 Jahre rund ein Viertel des Endkapitals.
- Nutzen Sie die 72er-Regel als Plausibilitätscheck im Kopf: 72 geteilt durch den Zinssatz muss ungefähr zur Verdopplungszeit in der Tabelle passen.
Grenzen dieses Tools: Das Ergebnis ist eine Schätzung auf Basis Ihrer Eingaben und der aktuell geprüften Werte. Verbindliche Werte erhalten Sie nur von der zuständigen Behörde, Ihrer Bank oder Ihrem Steuerberater.
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Referenztabelle
| Anlage | Zinssatz | 10 Jahre | 20 Jahre | 30 Jahre |
|---|---|---|---|---|
| 5.000 € | 3 % | 6.720 € | 9.031 € | 12.136 € |
| 5.000 € | 5 % | 8.144 € | 13.266 € | 21.610 € |
| 10.000 € | 3 % | 13.439 € | 18.061 € | 24.273 € |
| 10.000 € | 5 % | 16.289 € | 26.533 € | 43.219 € |
| 10.000 € | 7 % | 19.672 € | 38.697 € | 76.123 € |
Zinseszins gegen Inflation
Der Zinseszins arbeitet für Sie, die Inflation gegen Sie, mit derselben Mathematik. Bei 4 Prozent Zins und 2 Prozent Inflation verdoppelt sich der Nominalbetrag in rund 18 Jahren, die Kaufkraft aber erst in rund 36 Jahren. Für Sparziele wie die Altersvorsorge zählt deshalb immer die reale Rendite nach Inflation, Kosten und Steuern, nicht der Zinssatz auf dem Papier.
Kosten fressen Zinseszins: der Gebühren-Effekt über Jahrzehnte
Kosten wirken wie ein negativer Zinseszins. Nehmen wir die 10.000 € zu 4 Prozent über 30 Jahre mit einem Endkapital von 32.433,98 €. Kostet die Anlage jedes Jahr 1 Prozent an Gebühren, bleibt eine Nettorendite von 3 Prozent, und das Endkapital fällt auf rund 24.273 €. Über 8.000 €, ein Viertel des Ergebnisses, gehen an die Kosten verloren, obwohl die Gebühr harmlos klingt. Günstige Produkte sind beim Zinseszins kein Detail, sondern ein Renditefaktor in derselben Liga wie der Zinssatz selbst.
Startzeit schlägt Sparrate: warum frühe Jahre doppelt zählen
Zwei Sparer zahlen je 100 € im Monat zu 4 Prozent. Der erste beginnt sofort und bleibt 25 Jahre dabei: Aus 30.000 € Einzahlungen werden 51.974,09 €. Der zweite startet 10 Jahre später und spart nur 15 Jahre: Aus 18.000 € Einzahlungen werden rund 25.000 €, also weniger als die Hälfte des ersten Ergebnisses, obwohl er nur 40 Prozent weniger eingezahlt hat. Der Unterschied ist die Arbeitszeit des Zinseszinses in den frühen Jahren, die sich später nicht mehr aufholen lässt.
Offizielle Quellen
Die verwendeten Werte entsprechen dem aktuellen Stand. Alle Ergebnisse sind Schätzungen und ersetzen keine Beratung durch Steuerberater, Bank oder Behörde.
Häufige Fragen
Beim einfachen Zins wird nur das Anfangskapital verzinst, jedes Jahr kommt derselbe Betrag hinzu. Beim Zinseszins werden auch gutgeschriebene Zinsen weiter verzinst, das Guthaben wächst immer schneller. Aus 10.000 € zu 4 Prozent werden mit einfachem Zins nach 10 Jahren 14.000 €, mit Zinseszins 14.802,44 €. Nach 30 Jahren steht es 22.000 € zu 32.433,98 €.
Das hängt von der Anlageform ab. Tagesgeld und Festgeld liegen oft bei 2 bis 3 Prozent, vertraglich sicher. Breit gestreute Aktien-ETFs haben langfristig historisch etwa 6 bis 8 Prozent pro Jahr gebracht, mit starken Schwankungen und Verlustjahren dazwischen. Rechnen Sie deshalb nie mit einem einzigen Wert, sondern mit einer Spanne aus vorsichtigem, mittlerem und optimistischem Szenario.
Nein. Auf Kapitalerträge fallen 25 Prozent Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer an, bei Fonds zusätzlich die jährliche Vorabpauschale. Aus 4 Prozent Bruttorendite werden nach Steuern gut 3 Prozent Nettorendite, bevor Kosten abgehen. Die Werte hier sind Bruttowerte vor Steuern und Kosten. Für eine Schätzung inklusive Steuer und Fonds-Kosten nutzen Sie den ETF-Sparplan-Rechner.
Das ist eine Vereinfachung, die die Jahrestabelle lesbar und die Formel nachprüfbar hält: Die Jahresrate von 1.200 € bei 100 € Monatsrate wird zu Jahresbeginn addiert und voll mitverzinst. Real fließt das Geld über das Jahr verteilt, das Ergebnis liegt dadurch etwas niedriger. Für Überschläge ist der Fehler klein. Wer monatlich exakt rechnen will, nutzt den Sparplan-Rechner.
Sie senkt die Kaufkraft Ihres Endkapitals, ohne dass es auf dem Kontoauszug sichtbar wird. Bei 2 Prozent Inflation bleiben aus 4 Prozent nominaler Rendite nur etwa 2 Prozent reale Rendite. Die 14.802,44 € nach 10 Jahren kaufen dann nur so viel wie heute rund 12.143 €. Für lange Ziele wie die Altersvorsorge sollten Sie deshalb immer in heutiger Kaufkraft denken.
Nach der 72er-Regel teilen Sie 72 durch den Zinssatz und erhalten ungefähr die Jahre bis zur Verdopplung: bei 4 Prozent etwa 18 Jahre, bei 7 Prozent gut 10 Jahre, bei 2 Prozent 36 Jahre. Schneller geht es nur über mehr Risiko oder zusätzliche Einzahlungen. Vorsicht vor Angeboten mit Verdopplung in wenigen Jahren: Das ist in der Regel Betrug oder hochspekulativ.
Nur einen kleinen. Wird ein nominaler Satz von 4 Prozent monatlich gutgeschrieben, liegt die effektive Jahresrendite bei 4,07 Prozent. Aus 10.000 € werden in 10 Jahren 14.908,33 € statt 14.802,44 €, also rund 106 € mehr. Dieser Rechner rechnet mit jährlicher Gutschrift, wie es für Festgeld und die klassische Zinseszinsformel üblich ist.
Ohne Sparrate und bei 4 Prozent brauchen Sie 22.819,35 €, denn das Endkapital teilt sich durch den Zinseszinsfaktor 2,19. Mit einer monatlichen Sparrate sinkt der nötige Anfangsbetrag deutlich, weil die Raten einen Teil des Weges tragen: 100 € im Monat allein ergeben über 20 Jahre schon 37.163,04 € Endkapital. Probieren Sie Ihre Kombination einfach im Rechner durch.
Ja, bei Schulden. Kredit- und Dispozinsen arbeiten mit derselben Exponentialmathematik gegen Sie: Eine Schuld von 5.000 € zu 10 Prozent wächst ohne Tilgung in 10 Jahren auf 12.968,71 €. Deshalb steht vor jedem Sparplan die Regel, teure Konsumschulden zuerst zu tilgen. Kein realistischer Anlagezins schlägt dauerhaft einen zweistelligen Schuldzins.
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